Röhrchen frei!

Schokospiel

Mein wohl spannendstes Geburtstagsgeschenk dieses Jahr kam von unserer lieben Freundin Julia: ein Insektenhotel„Umarmung“ – das perfekte Bindeglied zwischen meinem persönlichen Faible für staatenbildende Insekten und unserem Permakulturprojekt. Über 250 Wildbienenarten stehen auf der Roten Liste der gefährdeten Arten, 26 davon gelten als extrem selten. Viele von ihnen organisieren sich wie auch die allseits bekannte Honigbiene in sozialen Gemeinschaften, leben in generationsübergreifenden Staaten zusammen und teilen sich Aufgaben wie Brutpflege, Nahrungssuche und die Abwehr von Feinden. Das faszinierendste an staatenbildenden Insekten ist wohl, dass sie nicht reden müssen und auch keinen Projektmanager brauchen, der ihnen sagt, was zu tun ist. Alle machen ihr Ding auf ein und der selben Hierarchieebene.

Insektenhotel aufhängenOhrwurmmansarde befüllenHängt im Sonnenstrahl

Die bekanntesten wilden Vertreter sind hier neben Bienen auch Hummeln und Ameisen, die übrigens alle zur Ordnung der Hymenoptera, Hautflügler, gehören. Aber auch Solitärbienen und natürlich einer Menge anderer fliegenden und krabbelnden Gäste soll das Hotel einen kuscheligen Unterschlupf bieten, denn die Hymenoptera sind nicht die einzigen Entomophilen, auch Schmetterlinge und Käfer bestäuben was das Zeug hält.Ohne Bestäuberinnen keine Ernte, schließlich kann nur fruchten was auch befruchtet wurde. Auch darüber hinaus gibt es viele Gründe, den eigenen Garten für Insekten so gemütlich wie möglich zu gestalten. So sind unter anderem Schlupfwespen, Florfliegen und Ohrwürmer räuberische Nützlinge und halten Blattläuse oder Lauchfliegen in Schach.

Lockstoffegemischtangerührt

Pinselbilder

Unser Hotel hängen wir an eine windgeschützte und sonnenreiche Stelle an den Zaun, weit genug entfernt von häufig benutzten Wegen, aber nah genug an Nahrung und Wasser, so dass die Tiere es bequem haben. Es verfügt über vier Stockwerke, die den unterschiedlichen Bedürfnissen seiner Bewohner entsprechend befüllt wurden. Schilf, Zapfen, Stroh und Nistwolle bieten den idealen Unterschlupf. Insektenhäuser sollten idealerweise aus Hartholz bestehen; weiche Hölzer quellen bei Feuchtigkeit auf und würden in den Bohrlöchern die empfindlichen Larven zerquetschen.

Für die Public Relations gibt es entsprechende Lockstoffe aus natürlichen Inhaltsstoffen wie Honig, Lavendel, Kamille, Dill, Fenchel, Zucker, Hefe und Katzenminze. Sie sollen Schmetterlingen, Hummeln und Bienen, Florfliegen, Marienkäfern und anderen Nützlingen den Einzug versüßen. Und es riecht auf jeden Fall sehr lecker.

Dafür wird das Pulver 1:1 mit Wasser vermischt und mit einem Pinsel – oder wie hier mit einem ausgefransten Stöckchen – auf den Eingängen und Schlupflöchern verteilt. Über Erfolg und Misserfolg halten wir euch hier natürlich auf dem Laufenden. Aber jetzt hängts erst mal.

Kategorien: Ökosystem, Permakultur, Tierhaltung | Schlagwörter: , , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

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