DIY-Kompoststarter

Wir sind Freunde des Fermentierens und Hantierens mit allerlei Kulturen. Da liegt es nahe, auch im Hinblick auf die Bodenflora den wilden Mietern unserer Miete mit einem kleinen Kulturverein ein bisschen Starthilfe zu geben.

Der selbstgebraute Kompoststarter aus einfacher Bierhefe…

1 Liter Wasser
1 kg Zucker
1 Hefewürfel

Der Zucker wird in lauwarmem Wasser aufgelöst und dort die Hefe hineingebröckelt. Das kann man auch direkt in der Gießkanne machen. Jetzt stellt man das ganze ein bisschen in die pralle Sonne, damit die Hefe zu gären beginnt. Danach mit Regenwasser auffüllen und mit einem Brauseaufsatz auf dem Komposthaufen verteilen.

Saccharomyces cerevisiae, so der wissenschaftliche Name der Bier- oder auch Bäckerhefe, zählt zur riesigen Abteilung der Schlauchpilze, wenn auch wesentlich winziger als ihre schlauchige Verwandtschaft der Trüffeln und Morcheln. So winzig, dass man sie zu den Mikroorganismen zählt.

Wie alle Organismen – auch die Allerkleinsten – haben sie drei Lieblingsbeschäftigungen: Futtern, Pupsen und Vermehren. Wichtig für unseren Kompost ist vor allem das Pupsen!

Beim Verzehr des in der Pilzsuppe mitgelieferten Zuckers produzieren die kleinen Racker ordentlich Kohlenstoffdioxid, was von anderen Mikroorganismen wiederum in Biomasse umgewandelt wird.

Diese „Kohlenstoffdioxid-Assimilation“, also der Prozess, bei dem Lebewesen Kohlenstoff und Sauerstoff aus Kohlenstoffdioxid aufnehmen und daraus neue organische körpereigene Kohlenstoffverbindungen aufbauen, ist die Grundlage allen Lebens auf der Erde.

Auf der Erde und vor allem IN der Erde! Denn diese und weitere Prozesse sorgen dafür, dass aus einer Menge totem Zeug nach einiger Zeit wieder lebendige und fruchtbare Erde entsteht. Dabei kann es ganz schön heiß zur Sache gehen, bis zu 70°C kann eine Kompostmiete in der Heißrottephase erreichen.

Da feiern aber nur die abgebrühtesten Mikroorganismen mit. Würmer und Asseln mögen es etwas cooler, sie kommen erst zum Chill Out, wenn die wilde Fermentation schon größtenteils abgeschlossen ist. Aber bis dahin servieren wir erstmal fleißig Cervisia, damit die Gäste richtig in Stimmung kommen 🙂

Kategorien: Ökosystem, Tierhaltung, Wurmiversum | Schlagwörter: , , , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

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